Grüner Star – Glaukom

Was ist ein Glaukom?

Glaukom ist eine fortschreitende Augenerkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Glaukom hängt normalerweise mit einem erhöhten Augendruck zusammen, der durch ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss von Augenflüssigkeit entsteht. In einem gesunden Auge wird Augenflüssigkeit produziert, um die Form des Auges aufrecht zu erhalten. Diese natürliche Flüssigkeit fließt normalerweise durch das sogenannte trabekuläre Maschenwerk in das Blutgefäßsystem ab. Wenn die Flüssigkeit nicht in gleichem Maß abfließt, wie sie produziert wird, beginnt der Druck im Auge anzusteigen. Mit der Zeit kann dieser erhöhte Augendruck den Sehnerv beschädigen und die Sehfähigkeit beeinträchtigen.

Glaukom und Augendruck

Augendruck und Glaukom können leicht verwechselt werden, aber es ist wichtig, den Unterschied zu verstehen. Obwohl der Augendruck, auch intraokularer Druck (IOD) genannt, oft mit einem Glaukom zusammenhängt, kann die Erkrankung auch unabhängig davon entstehen. Ob Sie ein Glaukom entwickeln, hängt davon ab, welchen Druck Ihr Sehnerv tolerieren kann, ohne beschädigt zu werden. Dieser Druck variiert von Person zu Person; in manchen Fällen wird nie ein Glaukom entstehen. Darum ist es so wichtig, mindestens einmal pro Jahr eine umfassende Untersuchung des dilatierten Auges durchführen zu lassen. Damit kann Ihr Augenarzt besser bestimmen, welcher Augendruck für Sie das Ziel ist.

Glaukomtypen

Im Wesentlichen existieren zwei Glaukomtypen: Offenwinkel- und Engwinkel-Glaukom.
Offenwinkelglaukom
Die häufigste Form des Glaukoms, das Offenwinkelglaukom, macht ungefähr 70-90 % aller Fälle aus. Die Erkrankung ist fortschreitend und zeigt keine äußerlichen Symptome; Ihr Augenarzt kann aber im Rahmen einer Routineuntersuchung Zeichen einer möglichen Augenschädigung feststellen.

Ein erhöhter Augeninnendruck (IOD) ist der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung und das Fortschreiten eines Offenwinkelglaukoms. Mit zunehmendem Augendruck kann dies zu Folgendem führen:
Schädigung des Sehnervs
Einschränkung des peripheren Sehfelds
Erblindung (wenn unbehandelt)
Der zweithäufigste Glaukomtyp – das Engwinkelglaukom – tritt auf, wenn die Drainagewege im Auge durch die Iris blockiert werden. In der Folge kann die Flüssigkeit im Auge nicht zirkulieren und der Druck steigt an. Diese Erkrankung kann plötzlich auftreten (akutes Engwinkelglaukom) oder sich allmählich entwickeln (chronisches Engwinkelglaukom).

Ihr Augenarzt kann einen einfachen Augentest durchführen, um zu bestimmen, ob Ihr Augenwinkel normal und offen, oder abnormal und eng ist.

Symptome

Weil Menschen, bei denen die Erkrankung diagnostiziert wird, oft keine Glaukom-Symptome zeigen, oder sich oft nicht bewusst sind, dass sie erkrankt sind, ist es entscheidend, mindestens einmal jährlich eine umfassende Untersuchung des dilatierten Auges beim Augenarzt durchführen zu lassen, um herauszufinden, ob man ein Glaukom hat.

Das Offenwinkelglaukom zeigt im frühen Stadium keine offensichtlichen Symptome. Mit Fortschreiten der Erkrankung können im peripheren (seitlichen) Sehfeld blinde Flecken auftreten. Diese Flecken können unentdeckt bleiben, bis der Sehnerv ernsthaft geschädigt wird, oder bis sie durch einen Augenspezialisten im Rahmen einer vollständigen Augenuntersuchung festgestellt werden.
Ähnlich zeigen auch Risikopatienten für ein Engwinkelglaukom vor dem Auftreten keine Symptome. Zu den Symptomen des Engwinkelglaukoms gehören:
Starke Schmerzen in den Augen oder im Stirnbereich
Augenrötung
Reduzierte Sehkraft oder verschwommenes Sehen
Sehen von Regenbogen oder Halos um Lichter herum
Kopfschmerzen
Übelkeit
Erbrechen

Risikofaktoren

Es gibt viele Risikofaktoren für das Entstehen eines Glaukoms. Dazu gehören unter anderem:
Erhöhter Augendruck
Plötzliche erhebliche Augendruckveränderung
Alter
Afrikanische Ethnie
Hispanische Ethnie
Asiatische Ethnie
Verwandte mit Glaukom
Verminderte zentrale Hornhautdicke
Stumpfe Augenverletzung
Entzündliche Augenerkrankungen
Wenn Sie mehr als einen der aufgeführten Risikofaktoren aufweisen und älter als 35 Jahre sind, sollten Sie Ihren Augenarzt für eine vollständige Glaukomuntersuchung aufsuchen. Frühzeitiges Entdecken und Behandeln von hohem Augendruck ist Ihre beste Prävention eines Glaukoms.

Untersuchung

Eine Glaukomuntersuchung liefert Ihnen und Ihrem Augenarzt wichtige Informationen zur Gesundheit Ihrer Augen. Sie ist oft Teil einer Augenroutineuntersuchung und ist schmerzlos. Während der Untersuchung führt der Augenarzt verschiedene Tests durch:
Gesichtsfeld-Test:
Bestimmt, ob eine Schädigung durch ein Glaukom vorhanden ist, wie z. B. Sehkraftverlust oder blinde Flecken in Ihrem Sehfeld.
Scan des Sehnervs
Ermöglicht es Ihrem Augenarzt zu sehen, ob Ihr Sehnerv gesund oder geschädigt erscheint.
Messung des Augendrucks
Bei dieser Untersuchung wird der Augeninnendruck gemessen. Ein erhöhter Augendruck kann ein Hinweis auf ein Glaukom (Grüner Star) sein und langfristig den Sehnerv schädigen. Die Messung ist schnell, schmerzfrei und liefert wichtige Informationen zur Beurteilung Ihrer Augengesundheit.
Messung der Hornhautdicke
Misst rasch und schmerzlos die Dicke Ihrer Hornhaut (der klaren „Windschutzscheibe“ Ihres Auges).
Gonioskopie oder Ultraschall-Biomikroskopie
Erlaubt es Ihrem Augenarzt, den Kammerwinkel in Ihrem Auge zu beurteilen, wo der Abfluss der Augenflüssigkeit beginnt, der Ihren Augendruck (IOD) beeinflussen kann.

Vorbereitung für Ihre Augenuntersuchung

Eine Glaukomuntersuchung liefert Ihnen und Ihrem Augenarzt wichtige Informationen zur Gesundheit Ihrer Augen. Sie ist oft Teil einer Augenroutineuntersuchung und ist schmerzlos. Während der Untersuchung führt der Augenarzt verschiedene Tests durch:
Listen Sie alle Symptome auf, die bei Ihnen aufgetreten sind, und geben Sie für jedes Symptom auch die Zeitdauer an, während der das Symptom aufgetreten ist.
Führen Sie alle Ereignisse mit Augenproblemen auf, wie Veränderungen der Sehstärke, andere Augenerkrankungen, die bei Ihnen diagnostiziert wurden, und jegliche Augenbeschwerden. Führen Sie auch alle Augenprobleme auf, an denen Ihre Verwandten leiden..
Notieren Sie alle medizinischen Angaben, auch zu anderen Erkrankungen, wie z. B. Diabetes oder Gefäßprobleme, an denen Sie erkrankt sind, sowie alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie im Moment einnehmen. Halten Sie auch vorausgegangene Augenverletzungen fest.
Notieren Sie alle Fragen, die Sie Ihrem Augenarzt stellen möchten, so dass Sie sich daran erinnern können. Das wird Ihnen helfen, das Beste aus Ihrem Arzttermin zu machen

Wie wird der Grüne Star (Glaukom) behandelt?

Drucksenkende Augentropfen
Für viele Patienten reicht eine konsequente Therapie mit Augentropfen aus.
Es gibt verschiedene wirksame Medikamente; die Auswahl richtet der Augenarzt individuell.
Wichtig ist die regelmäßige und zuverlässige Anwendung, da es sich um eine Langzeittherapie handelt.
Nebenwirkungen sind möglich, daher sollte der Hausarzt über die eingenommenen Tropfen informiert werden.
Argon-Laser-Trabekuloplastik: Kleine Laserherde verbessern den Abfluss des Kammerwassers bei chronischem Glaukom.
Cyclophotocoagulation (transskleral): Ein Teil des Ziliarkörpers wird mit Diodenlaser verödet, wodurch die Kammerwasserproduktion reduziert wird.
Endoskopische Endocyclophotokoagulation: Unter Sicht hinter der Pupille wird der Ziliarkörper gezielt mit Diodenlaser behandelt.
YAG-Laser-Iridotomie: Bei stark weitsichtigen Augen wird eine kleine Öffnung in der Regenbogenhaut geschaffen, um akuten Glaukomanfällen vorzubeugen.
Wenn Augentropfen und Lasertherapie nicht ausreichend wirken oder der Sehnerv weiterhin Schaden nimmt, ist eine Operation erforderlich.
Nicht-penetrierende Verfahren: Tiefe Sklerektomie, Trabekulotomie, 360°-Kanaloplastik.
Filtrierende Verfahren: Trabekulektomie.
Der iStent ist ein sehr kleines Implantat, das im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffs in den natürlichen Abflussweg des Kammerwassers eingesetzt wird.
Er verbessert den Abfluss der Augenflüssigkeit und trägt so zur Senkung des Augeninnendrucks bei.
Der Eingriff kann häufig mit einer Grauer-Star-Operation kombiniert werden, ist aber auch eigenständig möglich.
Ziel ist eine dauerhafte Drucksenkung und in einigen Fällen die Reduktion der benötigten Augentropfen.