Hornhaut – Chirurgie
Was passiert bei einer Erkrankung der Hornhaut?
Behandlung
Die Hornhauttransplantation ist der Oberbegriff für Verfahren, bei denen erkrankte oder eingetrübte Hornhaut durch gesunde Spenderhornhaut ersetzt wird. Traditionell wurde die gesamte Hornhaut ausgetauscht (perforierende Keratoplastik). Moderne Verfahren ermöglichen es jedoch, nur die hintersten Schichten der Hornhaut zu ersetzen, während die vordere Hornhaut erhalten bleibt. Diese Teiltransplantation wird als Hornhautübertragung oder endotheliale Keratoplastik (DSAEK) bezeichnet.
Es gibt zwei Varianten:
Die PTK dient dazu, die Hornhautoberfläche zu glätten und dadurch die Sehqualität zu verbessern. Sie kommt vor allem bei oberflächlichen Narben der Hornhaut zum Einsatz
Bei einer ausgeprägten Hornhautverkrümmung können feine, entlastende Schnitte mit einem Diamantmesser in die Hornhaut gesetzt werden, um ihre Form zu verbessern und damit das Sehvermögen zu optimieren.
Flügelfelle, auch Pterygien genannt, sind gutartige Gewebewucherungen auf der Hornhaut. Wenn sie das Sehen beeinträchtigen oder weiterwachsen, können sie operativ entfernt werden.
Durchführung einer Hornhautübertragung
- Entfernung der hintersten Schichten der Hornhaut des Patienten („Descemet Stripping“)
- Vorbereiten einer ca. 150 µm Lamelle der hintersten Schichten einer Spenderhornhaut mit einem speziellen Mikrokeratom
- Einsetzen der Spenderhornhautscheibe durch eine 2-3 mm breite Öffnung am Rand der Patientenhornhaut
- Einbringen einer Luftblase in die vordere Augenkammer des Patienten und Rückenlage für 1-2 Tage, wodurch die Spenderhornhaut an die Rückfläche der Hornhaut des Patienten gedrückt wird und sich anlegt. Die Luftblase löst sich von selbst innerhalb weniger Tage auf.
Gelegentlich kann ein vorübergehender Anstieg des Augendruckes während der ersten 1-2 Tage nach der Operation beobachtet werden. Wichtig ist ein konsequentes Liegen auf dem Rücken in den ersten 24-48 Stunden nach der Operation. Andernfalls kann es zu einem Ablösen des Transplantates kommen, was dann meist durch das nochmalige Eingeben einer kleinen Luftblase in die vordere Augenkammer behoben werden kann.
Falls das zu operierende Auge vor der Hornhauttransplantation noch nicht staroperiert worden ist, sollte 4-6 Wochen vor der DSAEK eine Staroperation mit Einsetzten eine Kunstlinse (meist ambulant) durchgeführt werden. Nach der DSAEK ist eine Nachbehandlung mit kortisonhaltigen entzündungshemmenden Augentropfen über einen längeren Zeitraum (meist über etwa 12 Monate) unbedingt erforderlich, um einer zumindest theoretisch möglichen Abstoßungsreaktion gegen das „fremde“ transplantierte Hornhautgewebe vorzubeugen. Sollte sich die Sehkraft einige Wochen oder Monate nach der Operation nach zunächst gutem Sehen wieder verschlechtern, sollte rasch der behandelnde Augenarzt aufgesucht werden, da dies das Zeichen einer beginnenden Abstoßungsreaktion sein kann und diese sofort behandelt werden sollte.
Indikationen zur Hornhauttransplantation
Die neuen endothelialen Operationsmethoden kommen bei vielen, aber nicht bei allen Hornhauterkrankungen in Betracht. Sinnvoll sind sie immer dann, wenn nur die hinteren Hornhautschichten erkrankt sind, was bei vielen Hornhauttrübungen wie der Fuchs’schen Hornhaut-Dystrophie und bei anderen sogenannten bullösen Keratopathien der Fall ist. Sind jedoch auch die oberflächlichen Hornhautschichten erkrankt, so wird die Hornhaut in voller Dicke transplantiert.
