Hornhaut – Chirurgie

Was passiert bei einer Erkrankung der Hornhaut?

Die Hornhaut ist die äußere Begrenzung unseres Auges, sozusagen ein Fenster, durch das wir schauen. Jede Veränderung ihrer Transparenz führt zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Sind einmal Eintrübungen vorhanden, bilden sie sich in der Regel nicht mehr zurück.

Behandlung

Die Möglichkeiten der Hornhaut-Chirurgie unserer Augenpraxis-Kliniken umfassen die Durchführung verschiedener Methoden:
Hornhaut-Transplantation (perforierende Keratoplastik, DSAEK)

Die Hornhauttransplantation ist der Oberbegriff für Verfahren, bei denen erkrankte oder eingetrübte Hornhaut durch gesunde Spenderhornhaut ersetzt wird. Traditionell wurde die gesamte Hornhaut ausgetauscht (perforierende Keratoplastik). Moderne Verfahren ermöglichen es jedoch, nur die hintersten Schichten der Hornhaut zu ersetzen, während die vordere Hornhaut erhalten bleibt. Diese Teiltransplantation wird als Hornhautübertragung oder endotheliale Keratoplastik (DSAEK) bezeichnet.

Es gibt zwei Varianten:

Vollständige Hornhauttransplantation: Die gesamte Hornhaut wird ersetzt
Teilersatz (DSAEK): Nur die geschädigte innere Schicht der Hornhaut wird ausgetauscht, die äußere bleibt erhalten

Die PTK dient dazu, die Hornhautoberfläche zu glätten und dadurch die Sehqualität zu verbessern. Sie kommt vor allem bei oberflächlichen Narben der Hornhaut zum Einsatz

Bei einer ausgeprägten Hornhautverkrümmung können feine, entlastende Schnitte mit einem Diamantmesser in die Hornhaut gesetzt werden, um ihre Form zu verbessern und damit das Sehvermögen zu optimieren.

Flügelfelle, auch Pterygien genannt, sind gutartige Gewebewucherungen auf der Hornhaut. Wenn sie das Sehen beeinträchtigen oder weiterwachsen, können sie operativ entfernt werden.

Die Hornhauttransplantation ist die älteste und am häufigsten durchgeführte Transplantation weltweit. Bis vor etwa 20 Jahren war die vollständige Hornhauttransplantation (perforierende Keratoplastik) die Standardmethode, um Menschen mit eingetrübter Hornhaut wieder zum Sehen zu verhelfen. Moderne Verfahren wie die DSAEK (Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) ermöglichen inzwischen, nur die hintersten Schichten der Hornhaut – die Endothelschicht und Descemet-Membran – zu ersetzen, während die vordere Hornhaut des Patienten erhalten bleibt. Dies ist ein schonenderes Verfahren mit schnellerer Erholung der Sehfähigkeit.

Durchführung einer Hornhautübertragung

Die DSAEK hat gegenüber der bisherigen Hornhaut-Transplantation in voller Dicke viele Vorteile:
weniger Operationsrisiko, da nur eine winzige Öffnung von 2-3 mm am Rand der Hornhaut erforderlich ist
schonendes Operationsverfahren, da nur eine winzige Hornhautlamelle ausgetauscht wird
schnelle Heilung und rasche Erholung der Sehfähigkeit
keine Hornhautnähte, daher auch keine Gefahr der hohen Hornhautverkrümmung nach der Operation.
Die endotheliale Hornhauttransplantation wird meist im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes in Vollnarkose durchgeführt. Eine Analyse von 50 seit 2007 von Prof. Küchle durchgeführten DSAEK-Operationen zeigte gute Ergebnisse mit einer primären Erfolgsrate von über 90%, d.h. bei über 90% der Operationen wurde das Hornhauttransplantat nach dem Ersteingriff problemlos angenommen und war funktionsfähig.

Gelegentlich kann ein vorübergehender Anstieg des Augendruckes während der ersten 1-2 Tage nach der Operation beobachtet werden. Wichtig ist ein konsequentes Liegen auf dem Rücken in den ersten 24-48 Stunden nach der Operation. Andernfalls kann es zu einem Ablösen des Transplantates kommen, was dann meist durch das nochmalige Eingeben einer kleinen Luftblase in die vordere Augenkammer behoben werden kann.

Falls das zu operierende Auge vor der Hornhauttransplantation noch nicht staroperiert worden ist, sollte 4-6 Wochen vor der DSAEK eine Staroperation mit Einsetzten eine Kunstlinse (meist ambulant) durchgeführt werden. Nach der DSAEK ist eine Nachbehandlung mit kortisonhaltigen entzündungshemmenden Augentropfen über einen längeren Zeitraum (meist über etwa 12 Monate) unbedingt erforderlich, um einer zumindest theoretisch möglichen Abstoßungsreaktion gegen das „fremde“ transplantierte Hornhautgewebe vorzubeugen. Sollte sich die Sehkraft einige Wochen oder Monate nach der Operation nach zunächst gutem Sehen wieder verschlechtern, sollte rasch der behandelnde Augenarzt aufgesucht werden, da dies das Zeichen einer beginnenden Abstoßungsreaktion sein kann und diese sofort behandelt werden sollte. 

Indikationen zur Hornhauttransplantation

Erforderlich ist eine Hornhautübertragung bei allen irreversiblen Hornhauttrübungen, die in der optischen Achse liegen. Weiterhin kann sie nötig sein, wenn eine ausgeprägte unregelmäßige Hornhautverkrümmung mit Kontaktlinsenunverträglichkeit vorliegt, z. B. bei ausgeprägtem Keratokonus.
Die neuen endothelialen Operationsmethoden kommen bei vielen, aber nicht bei allen Hornhauterkrankungen in Betracht. Sinnvoll sind sie immer dann, wenn nur die hinteren Hornhautschichten erkrankt sind, was bei vielen Hornhauttrübungen wie der Fuchs’schen Hornhaut-Dystrophie und bei anderen sogenannten bullösen Keratopathien der Fall ist. Sind jedoch auch die oberflächlichen Hornhautschichten erkrankt, so wird die Hornhaut in voller Dicke transplantiert.

Nachbehandlung

Ganz entscheidend für den Erfolg der Hornhautübertragung ist eine gewissenhafte und langfristige Nachbehandlung. Es müssen über mehrere Monate entzündungshemmende kortisonhaltige Augentropfen genommen werden und das Auge muss regelmäßig vom Augenarzt nachuntersucht werden. Prellungen und Verletzungen des operierten Auges müssen über lange Zeit unbedingt vermieden werden. Die Erholung der Sehschärfe nach einer Hornhautübertragung benötigt wesentlich mehr Zeit und Geduld als beispielsweise nach einer Staroperation. Die Hornhautfäden werden nach 1 bis 1 ½ Jahren schmerzlos entfernt.