Netzhautchirurgie
Netzhautchirurgie
Was ist eine Netzhautablösung?
Risikofaktoren sind vor allem:
Frühsymptome sind das Sehen von Lichtblitzen oder von einem Schwarm schwarzer Punkte. In der Folge bildet sich ein dunkler Vorhang oder eine dunkle Wand und das Gesichtsfeld schränkt sich immer mehr ein. Später kann auch die zentrale Sehschärfe reduziert sein.
Netzhautlöcher ohne größere Netzhautablösung und Vorstufen von Netzhautlöchern: Laserbehandlung mit dem Argon-Laser zur Vermeidung der Entwicklung einer größeren Netzhautablösung, bei größeren Netzhautrissen auch Vereisungsbehandlung der Netzhaut (Kryokoagulation)
Voll ausgebildete Netzhautablösung: Aufnähung von Plomben oder umgürtenden Bändern von außen auf die Wand des Augapfels, kombiniert mit Vereisung des Netzhautrisses
Komplizierte voll ausgebildete Netzhautablösung: Bei komplizierteren Situationen (sehr große Risse, Blut im Glaskörperraum, beginnende Vernarbung von Netzhaut und Glaskörper) wird eine primäre Glaskörperausschneidung (Pars plana-Vitrektomie) durchgeführt. Anschließend wird die Netzhaut durch Einfüllen von Gas oder Silikonöl wieder zum Anliegen gebracht. Die modernen Verfahren der Pars plana-Vitrektomie werden heute zunehmend auch als erstes Standardverfahren bei Netzhautablösung eingesetzt.
Die Netzhautablösung ist eine Abhebung der Netzhaut mit ihren lichtempfindlichen Sinneszellen vom darunter liegenden sogenannten Pigmentepithel, das die Netzhaut mit Nährstoffen versorgt. Die Unterbrechung der Nährstoffversorgung der Sinneszellen kann unbehandelt innerhalb von wenigen Tagen zu bleibenden Sehstörungen führen und innerhalb von Monaten zur Erblindung des Auges. Sie muss deshalb umgehend behandelt werden.
Behandlung
- Laserchirurgische Verfahren
- Den Augapfel nicht eröffnende Operationsverfahren
- Die modernen Verfahren der Netzhaut-Glaskörper-Chirurgie (Pars plana – Vitrektomie)
- Eingabe von Medikamenten in den Glaskörperraum (IVOM)
Das Laserchirurgische Verfahren
Die Laserbehandlung kann umschrieben eingesetzt werden, um Lochvorstufen oder umschriebene Löcher der Netzhaut abzusichern und so die Entwicklung einer Netzhautablösung zu verhindern.
Flächig eingesetzt dient die Laserbehandlung der Netzhaut dazu, den Sauerstoffbedarf der Netzhaut zu verringern und so schwere Komplikationen wie Gefäßneubildung zu verhindern. Die flächige Laserbehandlung der Netzhaut wird vor allem bei der diabetischen Retinopathie und bei Gefäßverschlüssen der Netzhaut eingesetzt.
Augapfel nicht eröffnende Operationsverfahren
Beispiele sind die Vereisungsbehandlung der Netzhaut (Kryokoagulation) wegen größerer Netzhautrisse oder wegen Durchblutungsstörungen (proliferative diabetische Retinopathie, Gefäßverschlüsse der Netzhaut) und das Aufnähen von elastischen Plomben oder elastischen umgürtenden Bändern (Cerclage) zur Behandlung von Netzhautablösung.
Netzhaut-Glaskörper-Chirurgie
Die moderne Glaskörperchirurgie hat die Behandlung zahlreicher Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen in den letzten Jahren revolutioniert. Die häufigsten Indikationen sind heute Narbenbildungen auf der Makula (epiretinale Gliose), Makulalöcher (Makulaforamen), Glaskörperblutungen, diabetische Augenerkrankungen und Netzhautablösungen. Die von uns heute meist verwendeten Kleinstschnitt-Techniken (23 Gauge) benötigen keine Naht der Lederhaut mehr und sind daher für die Patienten und ihre Augen sehr schonend.
Die Eingabe von Medikamenten in den Glaskörperraum (IVOM)
Makularerkrankungen
Mit zunehmendem Alter oder durch bestimmte Erkrankungen kann die Makula in Mitleidenschaft gezogen werden. Typische Erkrankungen sind:
Die AMD ist die häufigste Ursache für Erblindung bei Menschen über 50 Jahre in den Industrieländern. Unbehandelt kann sie zu einer erheblichen Sehbehinderung führen. Es werden zwei Formen unterschieden:
Diagnose:
Frühzeitige Diagnose ist entscheidend. Augenärzte untersuchen die Netzhaut mit einer Spaltlampen-Mikroskopie, einer Fluoreszenzangiographie oder OCT (Optische Kohärenztomographie), um Gefäßneubildungen, Ödeme und andere Veränderungen zu erkennen.
Behandlung:
Bei Patienten mit länger bestehendem Diabetes mellitus kann die Makula durch Gefäßschädigungen anschwellen. Die Behandlung erfolgt ebenfalls meist durch intravitreale Medikamentengabe (Anti-VEGF). In ausgewählten Fällen können Laserbehandlung oder eine Glaskörperoperation (Pars plana-Vitrektomie) notwendig sein.
Nach Venenverschlüssen der Netzhaut entwickelt sich oft ein Makulaödem, das mit Anti-VEGF- oder Kortikosteroid-Injektionen behandelt wird.
Ein Loch in der Makula kann zu starker Sehverschlechterung und Verlust der Lesefähigkeit führen. Ursachen sind oft unklar; häufig sind Menschen ab 60 Jahren betroffen, Frauen etwas häufiger als Männer.
Behandlung:
Risiken: Grauer Star, selten Netzhautablösung oder Infektionen. Studien zeigen, dass die Mehrheit der Patienten nach der Operation eine Sehverbesserung erreicht.
Hierbei bildet sich eine feine Membran auf der Makulaoberfläche, die zu Verzerrtsehen oder Doppelbildern führt. Oft bleibt sie lange stabil, manchmal bildet sie sich spontan zurück.
Behandlung:
Die Netzhautchirurgie umfasst ein breites Spektrum von Laserverfahren, nicht-invasiven Operationen, Glaskörperchirurgie und intravitrealen Medikamenten. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können Sehschärfe erhalten oder wiederherstellen. Bei Makulaerkrankungen ist die IVOM heute Standard, während operative Verfahren insbesondere bei Makulaforamen, Makulapucker und Netzhautablösungen notwendig sind.
