Refraktive Chirurgie

Was macht die refraktive Chirurgie?

Die refraktive Chirurgie dient dem operativen Ausgleich von Fehlsichtigkeiten (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit, Alterssichtigkeit).

Operative Korrekturen von Fehlsichtigkeit

Die wichtigsten aktuellen Verfahren für die Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeiten sind die:
Laserchirurgie (z. B. die Photorefraktive Keratotomie (PRK))
die Laser-In-situ-Keratomileusis (LASIK) und die
Implantation von künstlichen Linsen
Laserbehandlungen dienen der dauerhaften Korrektur von Fehlsichtigkeiten und ermöglichen in vielen Fällen ein Leben ohne Brille oder Kontaktlinsen. Dabei wird die Hornhaut mithilfe moderner Laserverfahren gezielt modelliert, um die Brechkraft des Auges zu optimieren.

Je nach individueller Ausgangssituation kommen unterschiedliche Verfahren wie LASIK oder Oberflächenbehandlungen (z. B. PRK) zum Einsatz. Diese unterscheiden sich insbesondere in der Art des Zugangs zur Hornhaut und im Heilungsverlauf, ermöglichen jedoch beide eine präzise Korrektur der Fehlsichtigkeit.

Die Verfahren gelten heute als gut etabliert und werden anhand der anatomischen Voraussetzungen des Auges individuell ausgewählt. Eine sorgfältige Voruntersuchung stellt sicher, dass die jeweils passende Methode gewählt wird.

Weitere Informationen zu den Verfahren finden Sie unter: https://schwarzwald-augenlaser.de/

Die Implantation künstlicher Linsen stellt zur Behandlung hoher Kurz- und Weitsichtigkeiten seit über zehn Jahren eine weitere Möglichkeit dar, die Fehlsichtigkeit durch das Einsetzen intraokularer Kunstlinsen in das Auge zu korrigieren. Die dabei angewandten Operationsmethoden sind vergleichbar mit der Kataraktoperation (Grauer Star). Dabei wird entweder zusätzlich zur natürlichen, klaren Linse eine Kunstlinse hinter die Pupille (Visian – ICL) eingepflanzt. Eine andere Möglichkeit ist die Entfernung der natürlichen Linse und Einsetzten einer Kunstlinse an ihrer Stelle (sog. Clear Lens – Extraktion oder refraktiver Linsenaustausch).

Intraokulare Contactlinsen (ICL)

Die Visian intraokulare Contactlinse (ICL) wird seit 1993 in Deutschland implantiert. Sie ist weltweit weit über 250.000-mal eingesetzt worden. Zahlreiche Studien belegen ihre Sicherheit sowie gute Ergebnisse. Zudem besitzt die ICL seit einigen Jahren die offizielle Zulassung in den USA (FDA).

Die ICL besteht aus einem hochflexiblen, sehr gut verträglichen elastischen Kunststoffmaterial (Collamer). Sie ist hauchdünn (Mittendicke ca. 5 µm) und kann so über eine sehr kleine Öffnung (2,5 mm) in gefaltetem Zustand in das Auge hinter die Pupille eingesetzt werden. Visian – Intraokulare Contactlinse Schema einer Visian – ICL im Auge Vorteile der Visian – ICL: Sehr gute optische Qualität, Kunstlinse von außen nicht sichtbar, kleine Hornhaut-Öffnung, keine Naht erforderlich. Auch sehr hohe Kurzsichtigkeiten (>12Dpt.) können mit der ICL beseitigt werden. Außerdem ist die ICL auch als torische Linse erhältlich und kann so gleichzeitig eine Kurzsichtigkeit und Stabsichtigkeit (Astigmatismus) ausgleichen.

Multifokale Intraokularlinsen

Multifokale Kunstlinsen bilden gleichzeitig je ein Bild für die Ferne und ein Bild für die Nähe auf der Netzhaut ab. Hierdurch ermöglichen sie meist eine gute Sehschärfe sowohl in der Ferne als auch in der Nähe ohne zusätzliche Brille. Prinzipielle Nachteile von multifokalen Kunstlinsen sind jedoch eine etwas beeinträchtigte Bildqualität und manchmal optische Phänomene wie Ringe oder Strahlenkränze um Lichter und Objekte, die vor allem bei Dämmerung und bei nächtlichem Autofahren auftreten können.

Kunstlinsen mit Blaufilter: Alle modernen Kunstlinsen blockieren schädliches ultraviolettes Licht. In den letzten Jahren gibt es jedoch Hinweise darauf, dass auch sichtbares kurzwelliges Licht, das von herkömmlichen Kunstlinsen in das Auge gelassen wird, unter Umständen die Entstehung oder das Fortschreiten einer Makuladegeneration begünstigen kann. Daher sind in jüngster Zeit Kunstlinsen mit gelblicher Optik, die blaue Lichtstrahlen blockieren, entwickelt worden. Die gelbliche Färbung der Kunstlinse beeinträchtigt oder stört den Patienten dabei nicht. Obwohl ein schützender Effekt auf die Makula für diese Kunstlinsen noch nicht eindeutig bewiesen ist, kann bei bestimmten Patienten (Makuladegeneration auf dem anderen Auge, Vorstufen von Makuladegeneration, Makuladegeneration bei nahen Familienangehörigen) die Einpflanzung derartiger Kunstlinsen mit Blaufilter durchaus sinnvoll sein.

Clear-Lens Extraktion und refraktiver Linsenaustausch

Hierbei wird die natürliche Linse, wie bei der Operation des Grauen Stars, über eine winzige Öffnung mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt. An die Stelle der natürlichen Linse wird, in die vorhandene Aufhängung, hinter der Pupille die Kunstlinse eingesetzt. Durch die Entfernung der natürlichen Linse geht die Naheinstellung des Auges (Akkommodation) verloren. Daher wird das Verfahren normalerweise für Patienten nach dem 45. Lebensjahr eingesetzt. Neben herkömmlichen „starren“ Kunstlinsen können heute auch spezielle akkommodative (nur bei Hyperopie) und multifokale Kunstlinsen eingesetzt werden, um gleichzeitig auch die Alterssichtigkeit zu behandeln und Patienten auch von einer Lesebrille unabhängig zu machen.

Vorteile der Clear-Lens Extraktion:

millionenfach durchgeführter chirurgischer Eingriff
sehr gute optische Qualität
Einsatz von akkommodativen und multifokalen Kunstlinsen zur Vermeidung der Lesebrille.

Vorbereitung auf die Operation

Vor der Planung der Operation sind ausführliche Untersuchungen aller Abschnitte des Auges erforderlich. Hierbei werden u. a. Hornhaut, Linse und Netzhaut sehr genau untersucht, um festzustellen, ob Sie für eine Implantation einer künstlichen Linse geeignet sind und welches Verfahren für Sie persönlich am günstigsten ist.

Es wird zunächst überprüft, ob die vorliegende Kurz- oder Weitsichtigkeit über mindestens ein Jahr stabil geblieben ist. Hierfür muss vor der Untersuchung eine Kontaktlinsentragepause von mindestens 3 Wochen eingehalten werden. Weiterhin wird das Auge exakt mit Hilfe eines Laserstrahls (IOL-Master) vermessen, um die optimale Stärke der Kunstlinse zu berechnen.

Etwa eine Woche vor der eigentlichen Operation wird mit einem speziellen Laser (Nd: YAG-Laser) eine winzige Öffnung in der äußeren Regenbogenhaut des Auges geschaffen. Diese Laserbehandlung ist schmerzlos, die kleine Öffnung ist mit bloßem Auge nicht sichtbar und dient der Vermeidung von Problemen wie Augendruckanstieg. Diese Laseröffnung ist bei Clear-Lens Extraktion meist nicht erforderlich.

Operation

Die eigentliche Operation erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose und ist schmerzlos. Der Operateur legt eine kleine Öffnung von 2,5 mm Länge mit einem Spezialmesser in dem Bereich, wo die weiße Lederhaut an die durchsichtige Hornhaut stößt, an. Die Kunstlinse wird durch diese Öffnung in die Vorderkammer des Auges, d. h. den Raum zwischen der durchsichtigen Hornhaut und der farbigen Regenbogenhaut (Iris), eingeschoben. Anschließend wird die Kunstlinse hinter der Pupille befestigt. Eine Naht des Auges ist normalerweise nicht nötig, da die kleinen Öffnungen selbstschließend sind. Der gesamte Eingriff dauert etwa 20 Minuten und ist wenig belastend.

Operative Nachbehandlung

Am Tag nach der Operation sowie in den ersten 2 bis 3 Wochen muss das operierte Auge beim Augenarzt nachuntersucht werden. In den Tagen nach der Operation kann das Sehen noch etwas verschwommen sein. Dies bessert sich durch die regelmäßige Anwendung der verordneten Augentropfen rasch. Die Medikamente sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Für einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen sollten Sie von schwerer körperlicher Arbeit absehen und insbesondere in gebückter Stellung nicht schwer heben. Alle sportlichen Betätigungen und gymnastischen Übungen sollten mit dem Arzt abgesprochen werden, um zu verhindern, dass die Heilung verzögert oder gar gefährdet wird.

Operation des zweiten Auges

In der Regel wird die Implantation an beiden Augen an verschiedenen Tagen vorgenommen. Das zweite Auge wird meist eine Woche nach der ersten Implantation operiert. Selbstverständlich wird diese Operation nur dann durchgeführt, wenn Sie mit dem Ergebnis des ersten Auges zufrieden sind. Kosten der Operation Die Kosten für diese Operation werden von den Krankenversicherungen bzw. von den Beihilfestellen nicht übernommen und müssen von Ihnen selbst getragen werden. Zusätzlich zu den Kosten für die augenärztliche Behandlung fallen auch Kosten für die Betreuung durch unseren Narkosearzt während der Eingriffe an.

Probleme und Komplikationen

Infektionen

Wie bei jeder Operation kann es im Rahmen der Implantation von Kunstlinsen zu einer Infektion kommen. Derartige, durch Bakterien verursachte Infektionen sind heute extrem selten (weit seltener als bei jeder tausendsten Operation), können aber im Extremfall schwerwiegende Sehbeeinträchtigungen bis zum Verlust der Sehkraft des operierten Auges nach sich ziehen. Im Fall einer schweren Infektion kann es erforderlich sein, die eingesetzte Linse wieder zu entfernen. Im schlimmsten Fall könnte eine Augeninfektion auch zum Verlust des Auges führen. Jedoch ist dieser Fall – wie bei den über 600.000 Kataraktoperationen, die jährlich in Deutschland durchgeführt werden – glücklicherweise ein äußerst seltenes Ereignis.

Sonstige Beeinträchtigungen

Wie nach jedem operativen Eingriff kommt es nach der Implantation der Linse zu einer geringen Reizung des operierten Auges und gegebenenfalls seiner Umgebung. Diese klingt jedoch nach wenigen Tagen – insbesondere durch die Behandlung mit Medikamenten (Tropfen) – rasch wieder ab. Kurzzeitig kann es auch zur Erhöhung des Augeninnendruckes kommen. Ferner wurde über vermehrte Blendung berichtet – insbesondere bei Augen, die durch längeres Tragen von Kontaktlinsen bereits gereizt waren.

Weitere mögliche Probleme und Komplikationen

Wenngleich die Aussicht, dass Sie nach der Operation ganz ohne Brille auskommen, gut ist, kann dieses Ziel nicht immer zu 100% erreicht werden. Das liegt daran, dass geringe Schwankungen beim lebenden Auge unvermeidlich sind. So kann es sein, dass auch nach der Operation noch Reste von Kurzsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder Weitsichtigkeit erhalten bleiben und in bestimmten Situationen durch ein – deutlich schwächeres – Brillenglas ausgeglichen werden müssen. Bei stärkeren Abweichungen kann prinzipiell auch ein Austausch der eingesetzten Linse erwogen werden. Auch die Notwendigkeit des Tragens einer Lesebrille ab etwa dem 45. Lebensjahr (sogenannte „Alterssichtigkeit“) wird durch die Visian-ICL nicht verzögert und ist beim refraktiven Linsenaustausch mit herkömmlichen Kunstlinsen die Regel. Wie bei allen Verfahren der refraktiven Chirurgie kann es nach der Implantation künstlicher Linsen zu störenden optischen Phänomenen (Blendung, Strahlenkränze um Lichter o. ä.) kommen. An diese gewöhnen sich die meisten Betroffenen nach wenigen Wochen.

Risiken der einzelnen Verfahren

1. Laserchirurgische Verfahren

Bei Laserbehandlungen wie LASIK oder PRK kann es in der frühen Heilungsphase zu vorübergehenden Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen insbesondere ein trockenes oder gereiztes Auge, leichte Sehstörungen sowie eine vorübergehende Schwankung der Sehschärfe. Auch eine kurzfristige erhöhte Lichtempfindlichkeit kann auftreten.

Die Ausprägung und Dauer dieser Beschwerden kann je nach Verfahren variieren. Bei Oberflächenverfahren wie PRK ist die Heilungsphase in der Regel etwas länger, da sich die oberste Zellschicht der Hornhaut regenerieren muss, während LASIK meist eine schnellere visuelle Erholung ermöglicht.

In den meisten Fällen bilden sich diese Begleiterscheinungen im Verlauf der Heilung wieder vollständig zurück.

Da die Visian-ICL hinter der Pupille in unmittelbarer Nähe zur natürlichen Linse positioniert wird, kann es in seltenen Fällen während der Operation oder auch Monate bis Jahre danach zu Trübungen der natürlichen Linse (Grauer Star) kommen Diese werden bei etwa 1–10 % der Augen beobachtet und beeinträchtigen das Sehen häufig nur gering.

Sollten die Trübungen störend sein, besteht die Behandlung in der Entfernung der Visian-ICL, der Entfernung der getrübten natürlichen Linse sowie dem Einsetzen einer künstlichen Hinterkammerlinse. Dadurch kann in der Regel wieder gutes Sehen in der Ferne ohne Brille erreicht werden. Allerdings geht hierbei die natürliche Akkommodationsfähigkeit verloren, sodass meist eine Lesebrille erforderlich wird.

Selten kann es nach der Implantation zu einem vorübergehenden Anstieg des Augeninnendrucks kommen, der in der Regel gut behandelbar ist. Sehr selten sind auch Lageveränderungen der Linse beschrieben, die bei Beschwerden eine Entfernung oder einen Austausch erforderlich machen können.

Zusätzlich zu den allgemeinen Komplikationsmöglichkeiten kann sich, wie nach jeder Kataraktoperation, ein sogenannter Nachstar entwickeln, also eine Trübung der hinteren Linsenkapsel. Dieser kann in der Regel schnell, schmerzfrei und effektiv mit einem YAG-Laser behandelt werden. Die Häufigkeit liegt etwa zwischen 10 und 30 % und ist bei jüngeren Patienten höher.

Bei hoher Kurzsichtigkeit besteht grundsätzlich ein leicht erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung. Dieses Risiko kann sich nach einer Linsenoperation sowie nach einer späteren Nachstarbehandlung geringfügig erhöhen. Daher sollten Patienten bei neu auftretenden Symptomen wie Lichtblitzen, „Rußregen“ oder dunklen Schatten im Gesichtsfeld zeitnah augenärztlich untersucht werden.

Langzeitverfahren der künstlichen Materialien

Die Verträglichkeit der Materialien, aus denen die genannten Kunstlinsen gefertigt werden, ist sehr gut. Daher sind Unverträglichkeiten, Abstoßungen oder Eintrübungen der Kunstlinsen auch nach vielen Jahren nicht zu erwarten. In jedem Fall sollten die operierten Augen regelmäßig vom Augenarzt nachuntersucht werden, um eventuelle Probleme frühzeitig erkennen und behandeln zu können.
Weil Ihre natürliche Linse erhalten bleibt, können Sie nach der Visian-ICL mit Ihrer natürlichen Linse weiterhin akkommodieren, d. h. sich an das Sehen in der Nähe und in der Ferne anpassen. Dies trifft jedoch nicht zu für Patienten nach CLE (Clear-Lens Extraktion). Da die Akkommodationsfähigkeit jedes Menschen mit dem Alter abnimmt, kann es sein, dass Sie später zur Korrektur Ihrer Altersweitsichtigkeit zum Lesen eine Lesebrille tragen müssen.
Informationen zu den verschiedenen Kunstlinsen finden Sie hier: