Refraktive Chirurgie
Was macht die refraktive Chirurgie?
Operative Korrekturen von Fehlsichtigkeit
Je nach individueller Ausgangssituation kommen unterschiedliche Verfahren wie LASIK oder Oberflächenbehandlungen (z. B. PRK) zum Einsatz. Diese unterscheiden sich insbesondere in der Art des Zugangs zur Hornhaut und im Heilungsverlauf, ermöglichen jedoch beide eine präzise Korrektur der Fehlsichtigkeit.
Die Verfahren gelten heute als gut etabliert und werden anhand der anatomischen Voraussetzungen des Auges individuell ausgewählt. Eine sorgfältige Voruntersuchung stellt sicher, dass die jeweils passende Methode gewählt wird.
Weitere Informationen zu den Verfahren finden Sie unter: https://schwarzwald-augenlaser.de/
Die Implantation künstlicher Linsen stellt zur Behandlung hoher Kurz- und Weitsichtigkeiten seit über zehn Jahren eine weitere Möglichkeit dar, die Fehlsichtigkeit durch das Einsetzen intraokularer Kunstlinsen in das Auge zu korrigieren. Die dabei angewandten Operationsmethoden sind vergleichbar mit der Kataraktoperation (Grauer Star). Dabei wird entweder zusätzlich zur natürlichen, klaren Linse eine Kunstlinse hinter die Pupille (Visian – ICL) eingepflanzt. Eine andere Möglichkeit ist die Entfernung der natürlichen Linse und Einsetzten einer Kunstlinse an ihrer Stelle (sog. Clear Lens – Extraktion oder refraktiver Linsenaustausch).
Intraokulare Contactlinsen (ICL)
Die ICL besteht aus einem hochflexiblen, sehr gut verträglichen elastischen Kunststoffmaterial (Collamer). Sie ist hauchdünn (Mittendicke ca. 5 µm) und kann so über eine sehr kleine Öffnung (2,5 mm) in gefaltetem Zustand in das Auge hinter die Pupille eingesetzt werden. Visian – Intraokulare Contactlinse Schema einer Visian – ICL im Auge Vorteile der Visian – ICL: Sehr gute optische Qualität, Kunstlinse von außen nicht sichtbar, kleine Hornhaut-Öffnung, keine Naht erforderlich. Auch sehr hohe Kurzsichtigkeiten (>12Dpt.) können mit der ICL beseitigt werden. Außerdem ist die ICL auch als torische Linse erhältlich und kann so gleichzeitig eine Kurzsichtigkeit und Stabsichtigkeit (Astigmatismus) ausgleichen.
Multifokale Intraokularlinsen
Kunstlinsen mit Blaufilter: Alle modernen Kunstlinsen blockieren schädliches ultraviolettes Licht. In den letzten Jahren gibt es jedoch Hinweise darauf, dass auch sichtbares kurzwelliges Licht, das von herkömmlichen Kunstlinsen in das Auge gelassen wird, unter Umständen die Entstehung oder das Fortschreiten einer Makuladegeneration begünstigen kann. Daher sind in jüngster Zeit Kunstlinsen mit gelblicher Optik, die blaue Lichtstrahlen blockieren, entwickelt worden. Die gelbliche Färbung der Kunstlinse beeinträchtigt oder stört den Patienten dabei nicht. Obwohl ein schützender Effekt auf die Makula für diese Kunstlinsen noch nicht eindeutig bewiesen ist, kann bei bestimmten Patienten (Makuladegeneration auf dem anderen Auge, Vorstufen von Makuladegeneration, Makuladegeneration bei nahen Familienangehörigen) die Einpflanzung derartiger Kunstlinsen mit Blaufilter durchaus sinnvoll sein.
Clear-Lens Extraktion und refraktiver Linsenaustausch
Vorteile der Clear-Lens Extraktion:
Vorbereitung auf die Operation
Es wird zunächst überprüft, ob die vorliegende Kurz- oder Weitsichtigkeit über mindestens ein Jahr stabil geblieben ist. Hierfür muss vor der Untersuchung eine Kontaktlinsentragepause von mindestens 3 Wochen eingehalten werden. Weiterhin wird das Auge exakt mit Hilfe eines Laserstrahls (IOL-Master) vermessen, um die optimale Stärke der Kunstlinse zu berechnen.
Etwa eine Woche vor der eigentlichen Operation wird mit einem speziellen Laser (Nd: YAG-Laser) eine winzige Öffnung in der äußeren Regenbogenhaut des Auges geschaffen. Diese Laserbehandlung ist schmerzlos, die kleine Öffnung ist mit bloßem Auge nicht sichtbar und dient der Vermeidung von Problemen wie Augendruckanstieg. Diese Laseröffnung ist bei Clear-Lens Extraktion meist nicht erforderlich.
Operation
Operative Nachbehandlung
Operation des zweiten Auges
Probleme und Komplikationen
Infektionen
Sonstige Beeinträchtigungen
Weitere mögliche Probleme und Komplikationen
Risiken der einzelnen Verfahren
Bei Laserbehandlungen wie LASIK oder PRK kann es in der frühen Heilungsphase zu vorübergehenden Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen insbesondere ein trockenes oder gereiztes Auge, leichte Sehstörungen sowie eine vorübergehende Schwankung der Sehschärfe. Auch eine kurzfristige erhöhte Lichtempfindlichkeit kann auftreten.
Die Ausprägung und Dauer dieser Beschwerden kann je nach Verfahren variieren. Bei Oberflächenverfahren wie PRK ist die Heilungsphase in der Regel etwas länger, da sich die oberste Zellschicht der Hornhaut regenerieren muss, während LASIK meist eine schnellere visuelle Erholung ermöglicht.
In den meisten Fällen bilden sich diese Begleiterscheinungen im Verlauf der Heilung wieder vollständig zurück.
Da die Visian-ICL hinter der Pupille in unmittelbarer Nähe zur natürlichen Linse positioniert wird, kann es in seltenen Fällen während der Operation oder auch Monate bis Jahre danach zu Trübungen der natürlichen Linse (Grauer Star) kommen Diese werden bei etwa 1–10 % der Augen beobachtet und beeinträchtigen das Sehen häufig nur gering.
Sollten die Trübungen störend sein, besteht die Behandlung in der Entfernung der Visian-ICL, der Entfernung der getrübten natürlichen Linse sowie dem Einsetzen einer künstlichen Hinterkammerlinse. Dadurch kann in der Regel wieder gutes Sehen in der Ferne ohne Brille erreicht werden. Allerdings geht hierbei die natürliche Akkommodationsfähigkeit verloren, sodass meist eine Lesebrille erforderlich wird.
Selten kann es nach der Implantation zu einem vorübergehenden Anstieg des Augeninnendrucks kommen, der in der Regel gut behandelbar ist. Sehr selten sind auch Lageveränderungen der Linse beschrieben, die bei Beschwerden eine Entfernung oder einen Austausch erforderlich machen können.
Zusätzlich zu den allgemeinen Komplikationsmöglichkeiten kann sich, wie nach jeder Kataraktoperation, ein sogenannter Nachstar entwickeln, also eine Trübung der hinteren Linsenkapsel. Dieser kann in der Regel schnell, schmerzfrei und effektiv mit einem YAG-Laser behandelt werden. Die Häufigkeit liegt etwa zwischen 10 und 30 % und ist bei jüngeren Patienten höher.
Bei hoher Kurzsichtigkeit besteht grundsätzlich ein leicht erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung. Dieses Risiko kann sich nach einer Linsenoperation sowie nach einer späteren Nachstarbehandlung geringfügig erhöhen. Daher sollten Patienten bei neu auftretenden Symptomen wie Lichtblitzen, „Rußregen“ oder dunklen Schatten im Gesichtsfeld zeitnah augenärztlich untersucht werden.
